Vor 3 Wochen gepostet

Wo ein Liter Benzin weniger als ein Liter Wasser kostet – Katar

Ein kurzfristiger beruflicher Auftrag brachte mich zum Ausrichter der Fussballweltmeisterschaft 2022 - Katar. Dank vieler Rohstoffe eines der reichsten Länder der Welt, dass mit dem derzeit größten bekannten Gasfeld der Welt sicher auch noch auf absehbare Zeit im Gigantismus Leben wird.

Natürlich ist dieser Reichtum recht ungleich verteilt und die meisten Leute die man sieht – und nahezu alle die im öffentlichen Bereich arbeiten – sind Gastarbeiter (besonders Filipinos und Nepalesen). Zu deren in den Medien oft kritisierten Arbeitsbedingungen kann ich natürlich nichts sagen, aber für viele die hier dreißig-mal mehr als in Ihrem Heimatland verdienen, ist es nachzuvollziehen warum sie sich dies antun und teilweise jahrelange Ihre Familien nicht sehen können.

Nun zum Wetter: Selbst für mich als Hitze liebender Mensch, sind die Sommertemperaturen hier nicht mehr unbedingt zum Genießen. Bei rund 40 Grad tagsüber (die laut Wettervorhersage meist als 47 Grad gefühlt werden), kann ich sogar etwas nachvollziehen, dass Klimaanlagen ein super wichtiger Bestandteil des Lebens sind.

Leider ist deren Verwendung mal wieder übertrieben und neben zu starker Kühlung ist bei der Isolierung von Häusern und teilweise nur mit Plastikvorhängen abgehangen Restaurantbereichen eine Energieverschwendung sondergleichen zu beobachten.

Bei einem Spaziergang am Abend, hat sich für mich besonders das Bild eines Mannes ins Gedächtnis gebrannt. Dieser wollte wahrscheinlich am Wasser den Blick auf die Skyline genießen und ist dazu mit seinem Pickup zu einem Parkplatz am Wasser gefahren. Dort wurde ein Generator angeschmissen, der eine mobile Klimaanlage sowie einen Fernseher betreibt.

Bei Treibstoffkosten von knapp unter 25 Cent ist es natürlich auch wenig verwunderlich, dass viele einfach beim Parken die Klimaanlage laufen lassen oder wie der eben beschriebene Mann einfach eine Klimaanlage ins freie Stellen um sich zu kühlen. Einige Einheimische gehen wohl auch zum Einkaufen ungern aus dem Auto. So kann es vorkommen, dass vor ein Geschäft gefahren wird, laut gehupt wird und dann ein Verkäufer mit entsprechenden Waren zum Auto kommt.

Wahnsinn ist auch die Entwicklung der Stadt Doha. Überall wird gebaut und bei wenigen Städten der Welt soll sich das Stadtbild wohl so schnell und andauernd ändern. Wo vor wenigen Jahren noch reine Wüste war, gibt es große Hochhäuserschluchten, es werden neue Inseln aufgeschüttet auf denen hunderte Villen entstehen. So ist auch der brandneue Großflughafen (Hamad International Airport) von Doha erst diesen Mai in Betrieb gegangen. Aus meiner Sicht ist es trotzdem ökologischer Wahnsinn in solch einem trockenen und heißen Gebiet in den großen Stil zu siedeln.

Mir stellt sich dabei immer die Frage wozu bei diesem schnellen Wachstum einer Stadt die ganzen Hochhäuser benötigt werden. Kann man wirklich alle Flächen nutzen oder wird vieles einfach einmal gebaut weil man es kann?

Vor 3 Monaten gepostet

Westfjorde, Snaefellsnes und Reykjavik

Trotz der knapp werdenden Zeit haben wir uns entschieden in die Westfjorde Islands zu fahren. Auch wenn dies sehr aufs Sitzfleisch ging, wurden wir bei bestem Wetter mit einer unglaublich schönen Landschaft belohnt.

Teilweise kilometerlang ging es über Schotterstraßen in die Berge, durch Fjorde und vorbei an Wasserfällen. Dabei besuchten wir auch den aus meiner Sicht beeindrucktesten Wasserfall Islands: Dynjandi. Abgelegen in einem Fjord, stürzt sich dieser 100 Meter treppenförmig ins Tal.

Den Abschluss der Westfjorde bildete der westlichste Punkt Islands: Latrabjarg (und somit je nach Auslegungsart auch der von Europa). Am Ende der langen Fahrt über eine Schotterstraße, konnten wir fast bis auf einen Meter an eine Papageientaucherkolonie heran gehen. Hunderte dieser niedlichen Vögel kommen an diese Steilküste um zu brüten und haben dabei sehr wenig Angst vor Besuchern.

Weiter ging es zur Snaefellsnes Halbinsel. Dort nahmen wir an einer Gletschertour teil, die allerdings recht schlecht organisiert war.  Als wir die Tickets (für rund 60 Euro) in einem Ort an der Küste gekauft haben, wurde uns gesagt wir sollen eine Bergstraße fahren und dann sehen wir schon wo es losgeht. Diese Bergstraße entpuppte sich schnell als eine sogenannte F-Road die eigentlich nur mit Allradfahrzeugen zu befahren ist. Nach dem wir unser Auto ein ganzes Stück gequält haben, konnten wir die letzte Steigung nicht mehr mit unserem Zweiradantrieb bewältigen.

Das nächste entgegen kommende „Allradtaxi“ haben wir angehalten und gefragt wie wir zum Startpunkt der Tour kommen sollen. Dieses Auto war tatsächlich von unserem Veranstalter, der uns dann zur Pistenraupe brachte. Davon abgesehen, dass es als Gletschertour verkauft wird und einem aber nichts über den Berg und Gletscher erzählt wird, eine grandiose Tour. Mit der Pistenraupe ging es bei strahlendem Sonnenschein über den Gletscher zum Gipfel. Der Blick über die gesamte Halbinsel bis nach Reykjavik war wirklich sagenhaft schön.

Für den Abend habe ich vermeintlich eine Unterkunft bei einer einheimischen Familie in Reykjavik gebucht. Dabei ist mir allerdings mit dem Datum ein Fehler unterlaufen und somit schaute die Familie recht verwundert als wir „einen Tag eher“ ankamen.

Dennoch machten sie es möglich, dass wir dann in Ihrer Wohnung (Gästewohnung war belegt) schlafen konnten und da sie sehr radbegeistert sind, durften wir mit ihnen sogar noch eine kleine Mitternachtsradtour unternehmen.

Am letzten Tag wurde Reykjavik (auf dem Radl) unsicher gemacht. Etwas wirklich Besonderes kann man zur Hauptstadt nicht sagen. Recht modern, teilweise nordische Häuser, teileweise sehr moderne Architektur und alles in allem wirkte die Stadt auch etwas Amerikanisch auf mich. Schön ist, dass es in der Stadt einen Strand (der Sand wurde aus Marokko importiert) mit Thermalwasser gibt. Wenn man sich dort sonnt glaubt man fast nicht, dass man so hoch im Norden ist.

Abschluss des Tages und letzte Attraktion vor dem Heimflug war dann der Besuch der Blauen Lagune in der Nähe des Flughafens. In den – äußerst gesunden - „Abwässern“ eines Geothermiekraftwerks badet man dort in einem Lavafeld. Ein würdiger Abschluss einer traumhaft schönen Reise.

Mein Fazit: Landschaftlich eines der schönsten von mir besuchten Länder und definitiv eine Reise wert! Günstig ist es natürlich nicht und die Essenauswahl ist auch recht eingeschränkt. Aber durch den Golfstrom und die heißen Quellen kann man es trotz der nördlichen Lage sehr gut aushalten. Was uns übrigens in Island aufgefallen ist, dass die meisten Jugendlichen noch wie Kinder ausschauen. Was da teilweise schon hinter dem Steuer saß – unglaublich und muss wohl an der guten Luft und dem Thermalwasser liegen.

Vor 3 Monaten gepostet

Islands Norden

In der Nähe von Vopnafjördur badeten wir mal wieder in einem schönen heißen Pool in mitten der Natur neben einem Fluss. Trotz des schlechten Wetters war es richtig schön den heißen Pool und ein Schwimmerbecken ganz für uns allein zu haben. Betrieben wird dies kostenfrei und alles auf reiner Vertrauensbasis (nicht einmal der Technikraum war abgeschlossen)!

Weiter ging es zum Dettifoss, einem der wasserreichsten Wasserfälle Europas, und ins geologisch aktive Gebiet rund um den See Myvatn. Aufgeplatzte Magmakruste, Schwefeldämpfe, heiße Quellen, Schneefelder, Vulkankrater, Kraterseen – all das findet man in diesem Gebiet ziemlich dicht gedrängt nebeneinander. Teilweise werden diese Urkräfte auch zur Energieerzeugung genutzt – wie wir am Krafla Geothermiekraftwerk sehen konnten.

Ganz in der Nähe - in Husavik - ging es raus auf hohe See. Genau genommen sind wir nur innerhalb einer Bucht gefahren, aber da es ein kleines Boot war, ist es schon teilweise gut ins Schaukeln gekommen. Der Grund für die lustige Bootsfahrt war Walbeobachtung. Zuerst ging es an einer kleinen Insel mit Papageintauchern vorbei. Bei schönstem Sonnenschein konnten wir einige Wale – hauptsächlich Zwergwale und Buckelwale – sichten.

Weiter Richtung Westen, mit kurzem Stopp an einem der zahlreichen Wasserfälle in Island (Gotafoss), ging es nach Akureyri. Trotz der nur rund 18000 Einwohner ist dies die zweite „Metropole“ Islands. Wirklich wunderschön gelegen umgeben von schneebedeckten Bergen und türkisfarbenen Meer.

Dort haben wir das örtliche Freibad unsicher gemacht, den Botanischen Garten besichtigt und die kleine Fußgängerzone besucht. Beim Anblick des noch weißen Skihanges bei frühlingshaften Temperaturen von 15 Grad hätte ich den Hang am liebsten gleich selbst getestet.

Das schöne Wetter blieb uns auch erhalten als wir weiter in Richtung Westen fuhren. Vorbei an schönen Buchten badeten wir wieder in einem heißen Pool direkt am Meer und sind dabei sogar ganz kurz in den Arktischen Ozean gesprungen (zumindest Daniel und ich).

In dieser Zeit hatten wir übrigens auch zwei sehr gegensätzliche aber je auf ihre Art tolle Unterkünfte. Eine recht preiswerte Unterkunft fanden wir über Airbnb (Übernachtungsportal wo Privateleute Schlafplätze anbieten) in einem Wohnwagen auf einem Isländischen Bauernhof. Zuviel erwarten durfte man dabei natürlich nicht (beengt, hell und kalt), aber die Gastgeberin war sehr nett. Der krasse Gegensatz folgte am nächsten Tag als wir eine sehr große Hütte mit privatem heißem Pool unser Eigen nennen durften und ausführlichst genossen.

Vor 3 Monaten gepostet

In Islands Berg- und Gletscherwelt

In einer Fahrt durch unendliche erstarrte Lavafelder, vorbei an riesigen Gletschern und einem unglaublich großen Meer an nichts - einem Sander (Schwemmland eines Vulkans) - ging es zum Schutzgebiet Skaftafell, das Bestandteil des größten Nationalparks Europas ist.

In diesem stand die wahrscheinlich längste Wanderung der Reise auf dem Plan. Die Skaftafellsheidi Runde welche auf einem Bergrücken neben zwei Gletschern – wirklich ohne im Geringsten zu übertreiben – atemberaubend schön ist. Womit man in Island allerdings leider rechnen muss ist natürlich schlechtes Wetter und so hatten wir zwischen leichten Regenfall und Schneeregen alles dabei. Dies hieß neben den wahnsinnigen Blicken über unendlich wirkende Gletscher und Sanderlandschaften auch im dichten Nebel, Regen und Wind über Schneefelder zu laufen.

Jene Gletscher die wir während der Wanderung und Autofahrt sahen, scheinen im Prinzip alle zusammenzuhängen und eben dieser Supergletscher ist nach stundenlanger Autofahrt noch zu sehen. Als wir vom Skaftafell etwas weiter fuhren, konnten wir beobachten wie Eisberge in Gletscherseen kalben und dann sogar ihren Weg in den Ozean fanden – atemberaubend!

Höfn – wörtlich einfach nur Hafen übersetzt - war dann das erste größere Dorf des ganzen Südostens. Einen Rentierburger und eine kleinen Erkundungsfahrt später ging es abschließend noch zu unserer Unterkunft in einem kleinen Künstlerdorf (Fäskrudsfjördur) in der Fjordlandschaft Islands.

Übernachtet haben wir dort wieder einmal in einer der zahlreichen und recht bezahlbaren Schlafsackunterkünfte in einem Künstlerhaus. Am Morgen ging es zum Frühstücken direkt ans Wasser. Wie kann man einen Tag mit strahlendem Sonnenschein im Fjord schöner beginnen.

Durch verschiedene Fjorde, über den höchsten asphaltierten Pass Islands vorbei an einem Skigebiet führte uns die Fahrt zu einem großen Binnensee – dem Lagarfljöt - wo auch der einzige wirkliche Wald Islands steht. In einer knapp zwei stündigen Wanderung mit barfüßigem durchwandern von kleineren Bächen, konnten wir einen sehr schönen Wasserfall (Hengifoss) besuchen.

Zum finalen Ziel des Tages wollten wir eigentlich über eine nicht asphaltierte Straße nach Vopnafjördur fahren. Nach dem wir diese Straße bereits knapp über eine Stunde gefahren sind (viel schneller als 40 km/h kann man darauf nicht fahren) und die Straße über einen Berg gehen sollte, stand plötzlich ein Gesperrt-Schild im Weg. Nun wussten wir warum uns kein einziges Auto entgegen gekommen war (was nicht ungewöhnlich in Island ist). Ein Stück haben wir noch versucht zu fahren, bis uns jedoch große Schneefelder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Entlohnt wurden wir wenigstens mit einem fantastischen Blick auf schneebedeckte Berge, schwarzen Strand und ein langes Flussdelta. Zurück auf der Ringstraße ging es über ein Plateau, welches zusammen mit der einzigartigen Lichtstimmung eines unendlichen Sonnenuntergangs und weißen Schnees ein wirklich unbeschreiblich großartiges Bild abgegeben hat.

Vor 4 Monaten gepostet

Island – Goldenes Dreieck und der Süden

Ein lang gehegter Reisewunsch - in ein ausnahmsweise klimatisch eher unattraktives Land – konnte ich mir in diesem Sommer endlich erfüllen. Mit zwei sehr guten Freunden ging es nach Island.

Allein der Flug in den hohen Norden war spannend. Im bereits fast ganz dunklen Berlin gestartet wurde es während des Fluges immer heller und heller. Dies war fantastisch um die schneebedeckten Berge Islands zu bewundern. Wie wir später merkten wird es zu dieser Jahreszeit übrigens nicht wirklich dunkel – auch wenn es eine offizielle Sonnenuntergangs- und Aufgangszeit gibt.

Am ersten Tag stand das sehr touristische Goldene Dreieck im Westen Islands auf dem Programm. So ging es zuerst zum laut Reiseführer „wichtigsten“ Platz Islands – Pingvellir. Von wichtig zu sprechen ist bei der Wiese mit drei Häusern sicher auf den ersten Blick etwas schwer. Landschaftlich allerdings sehr schön gelegen – auf der Bruchkante der Nordamerikanischen und Europäischen Platte – wohl eher ein geschichtsträchtiger Platz an dem das erste Parlament der Welt zusammen kam.

Weiter ging es nach Geysir – ein Ort der allen heißen Quellen die als Fontaine ausstoßen ihren Namen gab. Dort kann man einen extrem aktiven Geysir - den Strokkur der spätestens alle 8 Minuten ausbricht – bewundern. Nicht weit von Geysir befindet einer der bekanntesten und auch wirklich sehenswerten Wasserfälle Islands der den Abschluss des Goldenen Dreiecks bildet– der Gullfoss.

Nach einer sehr schönen Schlafsackunterkunft in einer kleinen Hütte mit heißem Pool ging es am kommenden Tag in den Süden der Insel. Vorbei an unendlichen Wasserfällen wie dem Seljalandsfoss – um den man herum gehen kann – ging es zum Seljavallalaug Pool. Dies ist einer der ältesten öffentlichen Pools in Island. Man fährt eine Schotterstraße etwas von der Ringstraße ab, läuft noch ca. 30 Minuten ins Gebirge rein und dann stößt man auf diesen unwirklich aber traumhaft gelegenen Pool. Gespeist von einer heißen Quelle, so badet es sich wirklich toll umgeben von Kälte, Schnee und einem Gebirgsfluss in mitten der Natur.

Vik – der südlichste Punkt Islands stand als nächstes auf dem Programm. Bekannt für seine wunderschönen Sandstrände. Ich muss zugeben, dass ich noch nie so schwarzen Lavasand gesehen habe.

Vor 8 Monaten gepostet

Belize City, Caye Caulker und ein kurzer Mexiko Aufenthalt

Von Flores in Guatemala ging es in das karibisch geprägte Belize. Die Architektur (vielleicht schon zu vornehm ausgedrückt), das Flair in den Straßen und der Lebensstil der Leute stehen im starken Kontrast zu dem bisher gesehenen.

Das einzige Land Zentralamerikas in dem Englisch gesprochen wird, das zum Commonwealth of Nations gehört (das heißt die Queen ist offiziell das Staatsoberhaupt und ist beispielsweise auch auf den Geldscheinen abgebildet) und in dem erst nach einem schlimmen Unwetter auf Rechtsverkehr umgestellt wurde (da alle anderen umgebenden Länder Rechtsverkehr haben, soll der Import von Rechtslenkern einfach zu teuer gewesen sein). Zudem sind viele Bewohner Schwarz und sprechen Kreolisches Englisch (klingt irgendwie lustig und ist dem ein oder anderen vielleicht durch Reggaemusik bekannt).

In Belize City hatte ich einen zweistündigen Aufenthalt, der auch schon gereicht hat um das kleine Zentrum zu erkunden (Belize hat nur knapp 400 000 Einwohner wovon schon 70 000 in Belize City wohnen). Die wichtigste Stadt von Belize versprüht für mich eher ein verschlafenes Kleinstadtflair und dennoch finde ich ist es sehr empfehlenswert dort zumindest einmal ein paar Stunden zu verbringen.

Anschließend ging es mit einem Schnellboot (Caye Caulker Water Taxi) in zirka einer Stunde auf die Insel Caye Caulker. Viele Inseln in Belize sind ein „Spielplatz“ der Superreichen. So hielten wir kurz an einer Insel die exklusiv für Golfspieler ist und einige Inseln sollen im Besitz von bekannten Persönlichkeiten wie Bill Gates oder Leonardo DiCaprio sein.

Trotz vieler Touristen hat Caye Caulker durchaus einen gewissen Charme. Zusammen mit anderen Inseln ist sie Bestandteil des zweit größten Riffes der Welt – dem Belize Barrier Riff, welches sich von Nordhonduras bis Mexiko erstreckt. Um das Riff etwas besser kennen zu lernen, ging es zu zwei Tauchstellen in der Nähe der Insel. Auch wenn das Tauchen selbst mal wieder viel Spaß gemacht hat, so hatte ich diesmal vielleicht etwas Pech und konnte nicht besonders viele spektakuläre Tiere sehen. Ich habe mich übrigens bewusst dagegen entschieden in dem für Belize sehr bekannten „Great Blue Hole“ zu tauchen. Dieses ist zum einen nur nach einer langen Bootsfahrt zu erreichen und vor allem wird durch seine Bekanntheit richtig zugelangt. So wie ich oft gelesen habe, schaut das Blue Hole wohl von der Luft aus wirklich atemberaubend aus, wenn man darin taucht, soll man aber eigentlich gar nicht besonders viel erleben.

Nachdem wir am späten Nachmittag noch etwas an einer bekannten Strandbar der Insel (The Split) die Sonne genossen haben, habe ich mich am Abend dazu entschlossen endlich einmal wieder joggen zu gehen. Im weniger erschlossenen Süden der Insel wurde ich dabei durch ein lautes Geräusch aus dem Gebüsch überrascht.

Als ich den Mangrovenwald schaute, sah ich ein Krokodil vor mir flüchten. Sehr froh, dass es wohl eher Angst vor mir hatte, als in mir eine leckere Mahlzeit zu sehen, konnte ich dann doch noch sicher weiter joggen.

Der kommende Tag – leider der letzte Tag mit super Wetter auf der Reise – stand dann ganz im Zeichen der Erholung. Eine kleine Kanu Tour in den Norden der Insel und ansonsten hieß es Sonne tanken.

Um nach Mexiko zu kommen, ging es mit dem Wassertaxi zurück nach Belize City und dann mit dem letzten Chicken Bus der Reise durch Nordbelize. Noch immer fasziniert von dem anderen Flair und dem Fakt das - obwohl es nicht zu den super armen Ländern gehört - der Zustand vieler Häuser und Straßen teilweise fürchterlich ist, fühlte sich der Übergang in das Schwellenland Mexiko wie der Übergang in eine andere Welt an.

In Mexiko hatte ich dann nicht mehr besonders viel Zeit und habe nur einen Tag in Tulum und ein paar Stunden in Playa del Carmen und Cancun verbracht. Alle drei Städte selbst bieten aus meiner Sicht nichts besonders sehenswertes. Tulum hat aber den Vorteil, dass sich dort Mayaruinen direkt am Meer befinden und es über wirklich sehr schöne Strände verfügt. Ansonsten ist die Küste wohl eher kein Ziel für mich. Besonders in Playa del Carmen und Cancun steht der reine Massentourismus im Vordergrund. Das heißt Hotelanlagen über Hotelanlagen, überall Partymöglichkeiten und kaum „normales“ Leben.

Dies war es leider erst einmal von dieser langen, sehr interessanten und schönen Reise, aber sicher wird irgendwann die nächste Reise folgen!

Vor 8 Monaten gepostet

Semuc Champey und Tikal

Zirka in der Mitte von Guatemala befindet sich ein kleines Dorf namens Lanquin. In dem dort gelegenen El Retiro Hostel – wahnsinnig schöne Anlage am Fluss mitten in der Natur gelegen - kam ich gerade noch so zwei Stunden vor Mitternacht an und konnte Silvester feiern.

Am nächsten Tag ging es zu dem rund 10 Kilometer entfernten Semuc Champey wo ein türkisfarbender Fluss mit Kaskaden und Pools und eine Höhle auf Besucher warten. Dafür durften wir zirka eine Stunde auf der Ladefläche eines Pickups stehen und eine ziemlich schlechte unbefestigte Straße Berg auf und Berg ab fahren – was aber irgendwie richtig Spaß gemacht hat.

Dort angekommen ging es mit Kerze und Schwimmsachen bewaffnet zunächst in die Höhle. Manchmal auch nicht ganz ungefährlich und leider auch etwas kalt, so war es ein toll durch die Höhle zu klettern, in ihr zu irgendwo runter zu springen oder sie zu durchschwimmen.

Anschließend gab es eine Riesenschaukel von der man direkt in den türkisfarbenen Fluss springen konnte und es wurden Schwimmringe fürs Tubing (man lässt sich in einer Art Reifen den Fluss runter treiben) bereit gestellt – welches ich aber recht fad fand. Nach einer Mittagsstärkung folgte eine kurze Wanderung zum Aussichtspunkt über die Kaskaden. Sehr schön anzuschauen aber für jeden der beispielsweise schon einmal die Plitvizer Seen in Kroatien gesehen hat, sicher auch kein absolut umwerfender Blick. Das tolle an den Kaskaden in Semuc Champey ist allerdings, dass man dort baden darf und auch an einigen Stellen die Möglichkeit hat mehr oder weniger hoch ins Wasser zu springen. Alles in Allem ein sehr gelungener Ausflug!

Aus der Mitte Guatemalas ging es in einer abermals langen Fahrt in den Norden von Guatemala nach Flores. Diese schöne kleine auf einer Insel gelegene Stadt ist quasi die Basis für Ausflüge zu der antiken Maya Stadt Tikal. Dies war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode zwischen den 3. und 9. Jahrhundert. Sehr beeindruckend die Tempel inmitten des Regenwaldes zu sehen, aber lasst am besten die Bilder auf euch wirken.

Vor 9 Monaten gepostet

Guatemala – Antigua, Vulkan Pacaya und Lago de Atitlan

Als ich nach der langen Busreise in Guatemala Stadt angekommen bin, ging es gleich mit dem Taxi nach Antigua weiter. Auf der Durchfahrt hat die Stadt einen wenig einladenden Eindruck gemacht, zudem soll es auch noch recht gefährlich sein und somit wahrscheinlich die richtige Entscheidung dort keine Zeit zu verbringen. Guatemala Stadt wirkt auf mich teilweise recht „Amerikanisiert“. Das heißt es gibt riesige Werbetafeln, breite Straßen und vielen Ketten wie McDonalds, Burger King und Co. Zudem haben alle Gebäude hohe Mauern und schauen meist nicht sehr anschaulich aus. Ein ähnliches Gefühl hatte ich übrigens auch beim Durchfahren der Hauptstadt von El Salvador - San Salvador.

Antigua selbst ist wohl der touristischste Ort in Guatemala und auch dementsprechend gesichert und sicher. Eine schöne alte Stadt bei der neben den unzähligen Touristen auch manchmal traditionell gekleidete Mayafrauen ihren Erledigungen nach gehen.

In einer Halbtagestour ging es an einem frühen Morgen zu dem noch aktiven Vulkan Pacaya. Diesmal allerdings nur ein sehr einfacher und kurzer Aufstieg zu dem Fuß des Vulkans. Wenn auch noch mit gutem Abstand zum eigentlichen Vulkan, so konnte man gut beobachten wie es immer wieder Gesteinsbrocken Meterhoch aus dem Vulkankegel raus geschleudert hat. Ein schöner Ausflug, auch wenn die Tour extrem touristisch war. So warteten am Einstieg Verkäufer von Wanderstöcken und ein „Heer“ aus Pferden um den Aufstieg noch leichter zu gestallten.

Für den Lago de Atitlan in der Nähe von Antigua hat mir eigentlich aufgrund meines längeren Aufenthaltes in Nicaragua etwas die Zeit gefehlt. Es ergab sich aber wenigstens für ein paar Stunden mit dem Bus hinzufahren und so konnte ich mir vom oft als “einen der schönsten See der Welt“ beschriebenen See ein Bild machen. Die Dörfer um den See – auch das von mir besuchte San Pedro La Laguna – sind dabei schon extrem auf Touristen eingestellt. Hotels, Restaurants und Reisebüros finden sich in nahezu jeder Bruchbude und in jedem Haus. Der See selbst liegt auf jeden Fall sehr schön an zwei Vulkanen auf circa 1500 Meter. Dennoch vielleicht - auch auf Grund der sauberen Umgebung und der schöneren Häuser - gefällt mir so mancher See in den Alpen mehr.

Darf es noch etwas Interessantes zur Toilettenbenutzung in Mittelamerika sein? Wie auch in manchen Teilen von Asien darf man hier nirgends das Toilettenpapier runterspülen. Neben jedem Klo befindet sich ein Abfalleimer in dem man das benutze Papier entsorgt. Komisch aber man gewöhnt sich dran.

An der Stelle ist auch einmal Zeit für ein paar negative Dinge die mir so aufgefallen sind: In Mittelamerika – besonders in Guatemala ist es mir bisher aufgefallen - auf das sehr viele Kinder arbeiten. Diese sollten lieber in die Schule gehen, statt Pferde, Schokolade oder irgendwelche Waren anzubieten. Aber das lässt sich aus unserer westlichen – reichen – Sicht sicher leicht sagen. Nur so werden sie wohl nie den Teufelskreis mangelnder Ausbildung und damit verbundener schlechter Chancen ausbrechen.

Sehr schlecht für die Umwelt dürfte es zudem sein, dass zumindest in den Höhenlagen sehr viel mit Holz geheizt bzw. gekocht oder Wasser erwärmt wird. Zum einen riecht man dies und zum anderen sieht man viele – meist sehr arme Maya-Leute – am Straßenrand mit Holzstapeln auf dem Rücken laufen.

Sicher auch nicht nur ein Problem Guatemalas so findet man neben den Straßen leider auch sehr viel Müll und wie viele Abwässer geklärt werden möchte man auch nicht genau wissen.

Zudem hab ich bei meiner Weiterfahrt in den Norden von Guatemala am Ortsausgang von Guatemala Stadt das erste Mal eine Leiche aus ziemlicher Nähe gesehen. Auf der Fahrt hat sich ein kleiner Stau gebildet und als ich am Stauende nach dem Grund geschaut habe, lag ein jüngere Mann mit zugedecktem Gesicht und viel verlorenen Blut im Bauchbereich leblos auf der Straße. Die Mitfahrenden meinten, dass er wahrscheinlich erschossen wurde.

Aber eh der Artikel zu negativ klingt, es gibt viel Schönes und Interessantes hier zu entdecken und ich bin sehr froh Guatemala zu bereisen!

Vor 9 Monaten gepostet

Granada, Leon und eine sehr lange Busfahrt von Managua

Von der wunderschönen Isla de Ometepe ging es nach Granada. Eine der ältesten Städte Mittelamerikas und somit - wenn auch sehr touristisch - wirklich ein Schmuckstück. Die lange Rivalität mit dem auch sehr alten Leon um die Vorherschaft in der Region wurde nur dadurch entschärft, dass einfach das zwischen den beiden Städten liegende Dorf Managua zur Hauptstadt ernannt wurde.

Von Managua aus wollte ich eigentlich die längste Busfahrt der Reise - um Honduras und El Salvador zu überspringen - hinter mich bringen. Die Internationalen Busse nach Guatemala starten mitten in der Nacht und so musste ich lange warten bis der Ticketschalter öffnete. Leider stellte sich dann schnell heraus, dass (vielleicht durch die Weihnachtstage) schon alles ausgebucht ist. Nach etwas umherirren konnte ich mitten in der Nacht dann ein Zimmer finden, erst einmal schlafen und am kommenden Tag planen wie es weiter geht.

Also ging es noch nach Leon um dann zwei Tage später den Bus nach Guatemala zu fahren. Leon ist deutlich weniger touristisch, aber dennoch einen Besuch wert. Schöne alte Gebäude, Straßen voller Leben, umgeben von Vulkanen und nicht weit weg vom Meer und  so wurden es noch einmal schöne zwei Tage in einem Land das ich wirklich irgendwie ins Herz geschlossen habe.

Auf meiner so ziemlich längsten Bustour überhaupt ging es dann in der Nacht um 4 von der Hauptstadt Managua ein kurzes Stück durch Honduras und anschließend durch nahezu ganz El Salvador nach Guatemala. Vorbei an endlosen Vulkanlandschaften, kleinen Dörfern und schlechten Straßen durch mehrere Grenzübergänge. Ein anstrengender aber interessanter Tag im Reisebus der um ca. 22 Uhr in Guatemala Stadt endete.

Normales Hauptverkehrsmittel in den meisten Mittelamerikanischen Ländern ist übrigens ein sogenannter „Chicken Bus“. Dabei handelt es sich um alte US-Schulbusse die in fast jedem Mittelamerikanischen Land zwischen den Städten fahren und somit das Hauptverkehrsmittel sind. Dementsprechend voll aber auch interessant gestalten sich die Fahrten damit. Manchmal sind diese bunt angemalt, immer sitzen zu viele Leute auf Sitzen die eigentlich für Schüler gedacht waren und versprühen durch ihr Ambiente, die Musik und die Fahrgäste ein tolles Fahrgefühl bei der man nur keine Platzangst haben sollte.

Vor 9 Monaten gepostet

Nicaragua – was für ein tolles Land!

Von dem ziemlich lang dauernden Grenzübergang abgesehen (4h – was aber vielleicht auch daran liegt, dass viele Nicaraguaner die zum Arbeiten in Costa Rica sind zur Weihnachtszeit zurückkommen), gefällt mir Nicaragua wirklich extrem gut!

Sehr freundliche einfache Leute, tolle Landschaft und egal wo man hinkommt einfach eine tolle Atmosphäre. Das Land hat touristisch aus meiner Sicht eine große Perspektive vor sich.

Am ersten Tag ging es nach San Juan del Sur: Ein Surfdorf am Pazifk. Das Dorf hat einen netten Charme, allerdings keinen besonders schönen Strand. Somit sind wir mit einer Art Geländewagen an einen anderen Strand zum Surfen gefahren. So gern wie ich jede mögliche Art von Sport treibe, so werde ich wohl nie der große Surfer. Auch wenn es schon etwas Spaß gemacht hat, so muss man doch zu lange auf die Wellen warten um dann recht kurz Spaß zu haben. 

Am Abend ging es dann auf die Vulkaninsel Isla del Ometepe. Mitten im größten Binnensee Mittelamerikas gelegen, entstand diese traumhaft schöne Insel durch zwei Vulkane. Schon die etwas mehr als eine Stunde dauernde Überfahrt mit Blick auf die Vulkane und später einem ziemlich klaren Sternenhimmel war schon ein Highlight für sich.

Weiter ging es dann am nächsten Morgen, auch wenn dies hieß um kurz nach 4 Uhr aufzustehen! Mit Führer und einer netten Gruppe aus Hostelleuten ging es auf den höheren der beiden Vulkane: Den rund 1600 Meter hohen Conception. Da man fast auf Meereshöhe startet, kommt man am Anfang im Regenwald ziemlich ins Schwitzen. Je höher man kommt, desto windiger und kühler wird’s natürlich. Der Aufstieg war noch nicht so besonders schön, da wir komplett im Nebel waren und einfach nur ziemlich steil aufwärts mussten. Oben hat man leider auch gar nichts gesehen – der Gipfel bleibt aber wohl fast jeden Tag in Wolken. Beim Abstieg wurde man allerdings mehr als fair für die Strapazen entschädigt. Als wir vielleicht 300 Höhenmeter tiefer waren Riss es auf. Traumhafter Blick auf die Insel, den See und das benachbarte Festland. 

Am kommenden Tag haben wir einfach den Scharm der Insel mit ihren freundlichen Leuten und kleinen Dörfern bei einer 60 Kilometer langen Radtour auf uns wirken lassen.

Vor 9 Monaten gepostet

WOW Monteverde!

Es ging in einen Nebelwald im Nordwesten Costa Ricas nach Monteverde. Wahnsinn was ich dort alles erlebt habe! 

Schon die Fahrt selbst war etwas besonders, da vom Abzweig der Panamericana bis hoch nach Monteverde mehr als 1000 Höhenmeter auf einer nicht geteerten Straße in einem normalen Straßenbus bewältigt wurden.

In der kleinen Siedlung Santa Elena angekommen hat es zwar erst einmal geregnet und so musste ich meinen ersten Versuch einen nahen Gipfel zu erklimmen, nach zirka der halben Strecke abbrechen. Aber dann folgte ein Highlight aufs nächste.

Bei einer Nachtwanderung mit Guide und Taschenlampe ausgerüstet, ging es in ein Waldstück welches sehr nahe an der Siedlung liegt. Von einem Faultier mit Baby über diverse Schlangen, schlafenden Vögel bis hin zu einer sehr giftigen Spinne konnten wir einiges der Tierwelt Costa Ricas entdecken.

Am nächsten Tag stand Action auf dem Programm. Das Gebiet von Monteverde bietet einige große Canopy Touren (vergleichbar mit einem Seilgarten bei uns). Dabei saust man über mit Seilen verbunden Plattformen durch den Nebelwald und über Täler hinweg. Wir haben uns für Extreme Canopy entschieden und haben es keine Sekunde bereut! Sie bieten neben den „normalen“ Strecken durch die Baumgipfel - die teilweise auch über mehrere hunderte Meter von der einen Seite des Tales auf die andere und zurück gehen - auch einen sogenannten Tarzan Swing. Dabei springt man quasi wie Tarzan an einem Seil von einer Plattform ab und schwingt ein paar Mal hin und her– ein riesen Spaß! Und das in der Kulisse des Nebelwaldes mit einem Blick bis zum Pazifik.

Absolutes Highlight für mich war aber folgendes: Ich habe mir schon seit einigen Jahren gesagt, dass ich einmal in meinem Leben Bungeejumping probieren muss. Auch wenn ich wirklich gar keine Höhenangst habe, etwas wovor ich schon immer sehr großen Respekt gehabt habe. Da ich auch nicht jünger werde, hatte ich diesmal das Gefühl es endlich einmal probieren zu müssen.

Auf einer beweglichen Plattform wurde ich in die Mitte eines Tals gefahren. Dann gab es keinen Weg mehr zurück – meine Beine wurden angeschnallt. Sehr starker Wind machte es mir nicht unbedingt leichter – die Plattform stand wirklich ganz schön im Wind. Dann rückte es unaufhörlich näher. Mir wurde erklärt wie ich springen soll und was ich machen soll wenn ich Kopfüber im Tal hänge und dann hieß es los!

Ich lief bis ans Ende der Plattform. Mein Instrukteur wollte, dass ich auf Eins springe. Ich wollte und durfte aber selbst entscheiden wann ich springe. Er dachte wahrscheinlich „ohje das kann jetzt ewig dauern“. Aber ich dachte mir, je länger ich warte desto schlimmer wird’s. Und dann habe ich den entscheidenden Schritt getan. Kopfüber ging es runter ins Tal!

Ein komisches und nicht zu beschreibendes Gefühl, bei dem mir jetzt noch anders wird. Da das Bungeeseil Gummiartig ist, federt man dann im Tal noch ein paar Mal hoch und runter. Das macht dann irgendwie richtig Spaß, auch wenn man natürlich keine Kontrolle darüber hat. Dann wird ein Hilfsseil mit einem Haken runter gelassen. Dies musste ich dann – noch immer Kopfüber im Tal hängend – an mir befestigen. Für mich das unangenehmste war, dass mir das Blut in den Kopf stieg während ich so Kopfüber im Tal hing. Durch das befestigte Hilfsseil wurde ich hochgezogen und bin wieder in einem Stück oben angekommen. Sehr erleichtert und froh es einmal gemacht zu haben konnte ich mich dann oben wieder in die Plattform setzen. Dieser Bungeejump ist übrigens mit 143 m Fallhöhe der höchste in ganz Mittel- und Südamerika. 

Ich war der einzige der zu der Zeit gesprungen ist, aber Michaela – eine Deutsche mit der ich unterwegs war – hat mich auf die Plattform begleitet. Sie hat dann auch als einzige von der gleichen Plattform noch einen sogenannten „Extremo Swing“ gemacht. Dabei wird man auf der Plattform in einen Gurt befestigt und macht einen großen „Tarzan Schwung“ durch das Tal. Sicher auch nicht schlecht aber nach dem ich so schon sehr viel Geld ausgegeben habe, musste es auch einmal genug sein.

Die Kosten sind ein großer negativer Punkt in Costa Rica. Manche Dinge wie Busfahrten und Unterkünfte sind preiswert oder zumindest erschwinglich. Andere Dinge wie beispielsweise Essen – egal ob im Supermarkt oder im Restaurant - sind richtig teuer. Hinzukommt das es nicht besonders schmeckt. Jetzt mögen manche einwenden, dass ich auch ein schwieriger Esser bin - aber das haben mir auch schon einige andere Reisende bestätigt.

Den Tag haben wir noch mit der Wanderung auf den Gipfel Cerro Amigos – welchen ich am Ankunftstag wegen Schlechtwetter abgebrochen habe – abgeschlossen. Super Blick bis auf den nahen Vulkan Arenal.

Es war Zeit Abschied zu nehmen und auch finanziell mal wieder etwas runter zuschalten und so ging es zum entspannen weiter an den Strand – nach Playa del Coco.

Vor 9 Monaten gepostet

Costa Rica – Puerto Viejo und San Jose

Vom ersten Eindruck her unterscheidet sich Costa Rica kaum von Panama. Das ist in Puerto Viejo de Talamanca auf Grund der räumlichen Nähe allerdings auch nicht besonders überraschend. Auch wenn ich diesmal wieder vergebens auf Sonne gehofft habe, so hat es am ersten Tag in Costa Rica wenigstens nicht geregnet.

Also ging es von Puerto Viejo mit dem Radl entlang der Küste nach Manzanillo. Glücklicherweise konnte ich am Wegrand ein Faultier in freier Wildbahn sehen. Gut zugegeben ich hätte es sicher mal wieder übersehen, aber zum Glück haben es andere Reisende entdeckt.

Toller Regenwald, besagtes Faultier, viele schöne Strände – ein rundum schöner Tag der allerdings noch mit einem kleinen Schrecken endete.

Meine Kreditkarte war weg! Ich hatte am Vormittag in der einzigen Bank im Dorf Geld abgehoben und bin dann eigentlich gleich mit dem Radl losgefahren und habe sie den ganzen Tag nicht mehr benutzt oder gebraucht. Dies lies fast nur einen Schluss zu: Ich muss sie im Automat vergessen haben.

So wie ich im Internet gelesen habe, ziehen Automaten bei Nichtentnahme der Kreditkarte diese zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten später wieder ein. Also entweder der Automat war schneller als ich, da ich die neuen Geldscheine erst einmal gemustert habe (in Costa Rica wird neben dem US Dollar der Colón verwendet bei dem man bei einer Rate von 1€ ≈ 670 ₡ doch recht große Scheine erhält). Oder ich hab es wirklich komplett vergessen und sie wurde eingezogen als ich quasi vom Automaten gegangen bin.

So war ich am kommenden Morgen der erste Gast in der Bank und habe sie zum Glück gleich wieder bekommen. Scheinbar geht das nicht nur mir so, da ich auf einer Liste unterschreiben durfte wo nach mir schon 2 weitere Karten drauf standen. Auf jeden Fall bin ich sehr dankbar das es gut ausging.

Es war wieder einmal sehr regnerisch und so ging es gleich weiter zur Landeshauptstadt San Jose. Zunächst entlang der Küste, dann vorbei an vielen Bananenplantagen und was mich etwas überrascht über eine Vielzahl von Flüsse hinweg. Gut wenn es hier ständig regnet muss das Wasser ja irgendwo hin, aber so zahlreich hätte ich das doch nicht erwartet.

In San Jose habe ich nicht viel Zeit verbracht, da es keine besonders sehenswerte Stadt ist. Wobei ich auch schon hässlichere Städte gesehen habe. Schön ist das gerade am Abend ist in den Straßen viel los ist.

Vor 9 Monaten gepostet

„It rains a lot in Bocas – even in the dry season …“

Dieser Satz aus meinem Reiseführer (es regnet viel in Bocas auch zur Trockenzeit…) hat sich leider bewahrheitet. Bocas del Toro ist eine Provinz im Nordwesten von Panama an der Grenze zu Costa Rica gelegen.

Nach einer kurvenreichen Nachtbusfahrt nach Almirante (eine sehr durch Müll verschmutze kleine Ortschaft) ging es mit einem super schnellen Wassertaxi auf die Hauptinsel Colon. Mein erster Ort in der Karibik!

Wenn auch sicher nicht so wie man sich – zumindest ich mir - die Karibik vielleicht vorstellt, so ist es dennoch irgendwie nett. Man darf allerdings kein türkisblaues Wasser erwarten, da relativ viele Flüsse in der Nähe der Inseln münden und so Sedimente das Wasser eher bräunlich färben. Zudem wird es an den meisten Stränden nicht empfohlen schwimmen zu gehen, da es sehr starke Strömungen und große Wellen gibt (für Surfer sicher ein Paradies).

Ich hab auf der Insel eine kleine Radtour unternommen (vorausgesetzt man kann das was ich ausgeliehen habe noch Fahrrad nennen). Zunächst noch auf einer geteerten Straße, später direkt am Strand bzw. teilweise einen Schotterweg entlang habe ich die ganze Ostküste der Insel kennen gelernt. Ab und zu kommt man an einem schönen Strandhaus vorbei, kann Surfer beobachten und ist im Regenwald unterwegs. Wenn es also nicht immer wieder in Strömen geregnet hätte sicher ein Ort an dem man auch etwas länger bleiben könnte.

Somit ging es ging es schon nach einem Tag weiter an die Grenze zu Costa Rica. Ein sehr interessanter Grenzübertritt! Zum einen weil die Grenze selbst recht runtergekommen ist, zum anderen weil man den Grenzfluss über eine sehr vertrauensvoll wirkende Brücke überwindet. Mich hat das Holz auf jeden Fall noch ausgehalten und in eines der Löcher bin ich auch nicht getreten und somit sicher in Costa Rica angekommen.

Wenn auch nur um 3 Dollar, so wurde ich vielleicht bei der Ausreise auf Panamaischer Seite verarscht. Bevor man auf die Brücke kommt wird man –zumindest jeder der wie ein Tourist ausschaut - in ein kleines Häuschen geschickt, bei dem man dann 3 Dollar Steuern für das Gebiet in dem die Grenze ist, zahlen soll. Ich wunderte mich, aber da es halb offiziell aussah zahlte ich dann doch. Nach dem Zahlen wurde mir gesagt das ich für die eigentliche Ausreise noch in ein anderes – gut verstecktes – Gebäude der eigentlichen Grenzpolizei gehen muss. Dies getan und meinen Ausreisestempel von den Panamaischen Behörden erhalten, kam ich natürlich noch einmal an dem „Steuerbüro“ vorbei und bekam dort noch eine Art Briefmarke in den Pass geklebt. Vielleicht werde ich es nie erfahren ob das rechtens war oder nicht, aber Steuerflucht kann man mir jedenfalls nicht nachsagen.

Vor 9 Monaten gepostet

Panama Stadt und Panamakanal

Mittelamerika ich komme und diesmal dank Air France sogar in der Premium Economy Klasse. Das erste Mal in meinem Fliegerleben kam ich in den Genuss eines kostenlosen Upgrade in die nächst höhere Klasse. Größere und bequemere Sitze, größerer Bildschirm und ein erweitertes Essensangebot. So fliegt es sich gleich noch schöner!

Nun aber zu Panama selbst. Eine Stadt mit großen Gegensätzen. Eine Skyline mit vielen sehr modernen Hochhäusern, großen Shoppingcentern aber auch herunter gekommenen Häusern und vor allem mit einem großen Verkehrsproblem. Da es keine U-Bahn, S-Bahn oder sonstige Nahverkehrsmittel außer vieler Busse gibt, fährt wohl jeder der es sich leisten kann mit dem Auto bzw. Taxi. Dementsprechend langsam geht es im Stadtverkehr voran.

Allerdings ist Panama dabei dies zu ändern. Zum Teil mit fraglichen Bauvorhaben wie dem Bau einer Schnellstraße um die Casa Antigua (Altstadt) herum. Warum fraglich? Weil dies heißt, dass die bisher am Pazifischen Ozean gelegene Altstadt von einer sicher sehr stark befahrenen Straße umschlossen wird und da dies nur Meeresaufschüttung passieren kann, natürlich auch ihren direkten Meereszugang verliert. Auf der positiven Seite wird allerdings gerade die erste U-Bahn Strecke Mittelamerikas gebaut welche auch schon kommendes Jahr eröffnet werden soll. Notwendig wird’s!

Gebaut wird Allgemein sehr viel. Wenn auch sicher nicht mit so viel Gefühl und Weitsicht wie beispielsweise in Singapur, so ist die Silhouette aus Hochhäusern schon recht beachtlich. Nicht nur in Panama Stadt wird gebuddelt: Auch der Panama Kanal wird erweitert. 

Die Erweiterung bezieht sich in erste Linie darauf das komplett neue Schleusen für größere Schiffe gebaut werden. Den die Schiffe fahren nicht auf Meereshöhe zwischen Pazifik und Atlantik, sondern werden durch je 3 Schleusen auf jeder Meeresseite auf 26 m über dem Meeresspiegel gehoben. Somit fahren sie einen Großteil der Strecke dann in einem künstlich angestauten See. Wenn auch ohne Zweifel interessant zu sehen, so sollte man auch nicht zu viel erwarten. Jeder der schon einmal eine Schleuse gesehen hat, wird keinen riesigen Unterschied erkennen. Beachtlich wahrscheinlich eher wenn man bedenkt unter welchen Umständen er schon vor 100 Jahren gebaut wurde. 

Um zu den von mir besuchten Miraflores Schleusen und auch zu anderen Stellen der Stadt zu kommen, hab ich übrigens einen wie in vielen Städten der Welt vorkommenden Hop On / Hop Off Bus für Touristen genommen und weiß auch wieder warum ich die nicht mag: Teuer ($29), fahren nur ca. je einmal pro Stunde und zumindest in Panama Stadt ist der letzte schon um 16 Uhr gefahren. So durfte ich mir dann doch noch ein normales Busticket kaufen und mich ohne Linienpläne und mit meinen sehr bescheidenen Spanisch Kenntnissen zurechtfinden.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich ohne den Touristenbus wahrscheinlich sehr oft nicht den richtigen Bus gefunden hätte und es sich diesmal dann schon irgendwie gelohnt hat.

Zahlungsmittel in Panama ist übrigens der Panamaische Balboa. Eins zu eins an den US Dollar gekoppelt und daher wurde sich gar nicht erst die Mühe gemacht eigene Noten zu drucken. Eigenes Münzgeld gibt es allerdings.

Dies begünstigt wohl auch das Panama einer der Rückzugsorte für US Rentner sein soll, welche hier wohl auch Maßgeblich zum Immobilienboom beigetragen haben und die ein oder andere Wohnung in einem der Hochhäuser besitzen.

Vor 1 Jahr gepostet

Bosnien und Herzegowina

Nachdem wir den ersten Nachtregen in einer gemütlichen Unterkunft am Rand Montenegros entkommen sind, ging es Bosnien und Herzegowina (nachfolgenden BuH genannt). Noch einmal durch enge und steile Täler, vorbei an Talsperren waren wir irgendwann an der Grenze. Schon am provisorisch wirkenden Grenzhäuschen konnte man sehen das BuH ärmer ist. Die Straße auf Montenegrinischer Seite war relativ gut ausgebaut. Auf BuH-Seite fehlte nach der Grenze teilweise der Asphalt und die Breite war eigentlich auch nur für ein Auto ausgelegt. Nach etlichen Kilometern und der nächsten größeren Straße, wurde dies aber dann doch besser. 

Ziel war zunächst Sarajevo. Auf der einen Seite begrüßt einen die in einem Talkessel gelegene Stadt mit vielen weniger gut anzuschauenden Ostblock Hochhäusern. Auf der anderen Seite hat sie eine doch recht schöne und sehenswerte Altstadt, wo mir besonders ein Streifzug durch das Islamisch geprägte Viertel gefallen hat. Das friedliche wirkende Zusammenleben der Kulturen in Sarajevo sowie im Rest von BuH – wo Kirchen und Moscheen zum Teil dicht beieinander stehen und zum normalen Straßenbild gehören ist beeindruckend.

Die Vielfalt an Essen sowie die günstigen Preise haben mir natürlich auch sehr gefallen. Wenn man von den unzähligen Friedhöfen absieht, ist es erstaunlich, dass man kaum noch Kriegsschäden sehen konnte und das obwohl es Sarajevo im Jugoslawienkrieg wohl besonders hart getroffen hat.

Nächstes Ziel auf der Reiseroute war Mostar. Dies ist besonders durch die historische kleine Altstadt mit der „Alten Brücke“ ein Touristenmagnet. Sieht man von etwas Müll in der Umgebung und den rein auf Touristen abgesehenen Restaurants und Läden in der Altstadt ab so ist diese wirklich einen Besuch wert.

Zum Ausklang der Reise ging es wieder zurück nach Kroatien. Auf Ciovo (bei Trogir) haben wir an einer wirklich traumhaften Bucht einen Badenachmittag eingelegt. Mit einem Zwischenstopp in Zadar – welches neben einer netten Altstadt über eine Meeresorgel verfügt (eine originelle und tolle Idee eine Orgel durch den Wellengang zu betreiben) – führen wir am nächsten Tag auf die Insel Pag. Anderthalb ruhige Tage mit Freunden die dort in Simuni auf einem Campingplatz Urlaub machten und dann war der Urlaub auch schon wieder vorbei. Eine sehr intensive aber schöne Reise nahm ihr Ende.