Was für eine Reise!

Was für eine Reise!


Unterwegs im Flugzeug, Zug, Bus, Auto, Motorrad, Schiff und nicht zuletzt zu Fuß (wobei ich ein Paar Flipflops und ein paar Straßenschuhe niedergelaufen habe). Geschlafen in Hostels, in eigener WG in Sydney, im Auto, im Zug, im Schiff, im Flugzeug, in Flughäfen, in Parks, an Stränden, im Zelt und bei Couchsurfern so geht nun leider eine wunderschöne und lange Reise zu Ende. Ich weiß nicht wie viel Kilometer ich dabei genau zurückgelegt habe aber es müssen einige gewesen sein!

Auch wenn diese Reise nicht meine Persönlichkeit verändert hat, so bescherte sie mir unglaublich viele Erfahrungen, Eindrücke und Erinnerungen. Mit jedem Schritt den man in unbekanntes Land setzt erweitert man seinen Horizont - sowohl bewusst als auch unbewusst. Dies ist unbezahlbar und etwas worauf ich mein ganzes Leben zurückschauen kann!

Sicher sind viele Begegnungen oft oberflächlich und laufen nach dem gleichen Schema ab: „Wo bist du her? Wo gehst du hin? Was machst du so?“. Oft genug trifft man jedoch auch auf außergewöhnlich interessante Gesprächspartner aus allen Ecken der Welt, die Ihre eigene spannende Geschichte mit sich tragen und wo es nach einiger gemeinsamer Zeit schade ist „Auf Wiedersehen“ zu sagen!

Faszinierend auf der einen Seite die Unterschiede zwischen den Kulturen zu erleben aber auf der anderen Seite auch zu lernen, dass wir doch alle eins gemeinsam haben: Wir sind Menschen und egal ob wir in China, Australien oder in Deutschland geboren worden so sind wir doch in erstaunlich vielen Dingen ähnlich.

Sicher ist diese Art von Reisen auch nicht für jeden etwas. Oft wusste ich bis zum Abend nicht genau wo ich schlafen werde, wann ich das nächste Mal etwas bezahlbares zu Essen finde, wann ich mal wieder eine Waschmaschine zur Verfügung habe und so weiter. So lange man allerdings Geld hat und dank unserer wunderbaren Technik große Entfernungen so bequem zurücklegen kann und theoretisch zu jeder Zeit übers Internet Kontakt in alle Ecken der Welt hat, sind ein paar kleinere Einschränkungen mehr als akzeptabel. Entlohnt wird man mehr als tausendmal mit Eindrücken, Gesprächen und Erfahrungen.

Ich bin überaus dankbar die Möglichkeit zu dieser Reise gehabt zu haben und bereue keinen einzigen Euro den mich dieser Trip gekostet hat. Vielleicht nicht ganz war: für 8 km/h zu schnell fahren in Australien musste ich über 200 Dollar bezahlen! Aber naja was soll‘s, bei uns wäre bei 108 statt 100 km/h wahrscheinlich noch gar nichts passiert aber Australien ist nun einmal eines der teuersten Länder der Welt!

Ich danke allen Freunden die ich wieder treffen konnte, allen Leuten die ich neu kennen gelernt habe und jedem der mir wie auch immer geholfen hat, für die schöne Zeit und für unzählige schöne Erinnerungen!



Rico unterwegs in ...


Der weitere Roadtrip durch die VAE

Keine Angst, diesmal folgt nur eine kurze Beschreibung da der weitere Roadtrip fast ausschließlich aus Landschaft bestand. Zunächst zur Wüstenstadt Al Ain, zum zweit höchsten Berg der VAE dem Jebel Hafeet und dann entlang der Ostküste und Westküste zurück nach Dubai. Die Landschaft ist sehr schön, was ich von den Stränden nur teilweise sagen kann. Sehr wenig öffentliche und nicht besonders erwähnenswerte Strände.

Noch eine erwähnenswerte Sache: bei einer der Nächte im Auto, klopfte es nach ein paar Minuten an meiner Scheibe. Ein wahrscheinlich besorgter Nachbar wollte wissen, was ich dort mache. Als ich ihm erzählte, dass ich dort schlafen will um Geld zu sparen hat er mich nicht etwa vertrieben, sondern zeigte mir ein Zelt neben der Moschee in dem ich Schlafen kann. Wieder einmal sehr freundlich! Einen anderen morgen stellte ich fest das ich wohl an einem Platz geschlafen habe, der ab den sehr frühen Morgenstunden von lokalen Fischern genutzt wird. Nachdem ich trotzdem noch bis vielleicht 7 Uhr geschlafen habe, bin ich mitten im munteren Treiben der Fischer aufgewacht.



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In der Wüste - Die etwas andere Geschichte!

Bevor ich zur dem Kern dieses Artikels komme hier noch eine weitere Besonderheit der VAE: jede Straße ist hier ausnahmslos beleuchtet! Dies ist neben dem Fakt das es sehr teuer sein muss, für mich nicht gerade ein Vorteil gewesen, da es so schwer war einen geeigneten Schlafplatz im Auto zu finden. Allerdings wurde mir diese Suche überraschender Weise zumindest in einer Nacht erspart.

Von Abu Dhabi ging es in die Wüste. Genau gesagt in die Liwa Oase in der Rub al-Chali Wüste am äußeren westlichen Rand der VAE. Die Fahrt dorthin ist relativ unspektakulär, mit der Besonderheit das neben der Straße kleine Sträucher und Palmen – wohlgemerkt in der Wüste! - angepflanzt werden, so das auf den gesamten rund 130 Kilometern von Abu Dhabi kleine Bewässerungsschläuche liegen. Die letzten 25 Kilometer auf dem Weg zur Moreeb Düne fährt man dann endlich auf einer kleinen, sehr wenig befahrenen und teilweise mit Sand zugewehten Straße, welche als Sackgasse nur zur Düne führt. Keine Häuser, keine Strommasten, keine Bewässerung und auch keine Straßenbeleuchtung.

An der Düne angekommen kam mir eine dumme Idee, welche sich aber am Ende als das Highlight in den VAE heraus gestellt hat. Da ich es in Deutschland im Schnee liebe etwas mit dem Auto zu driften, kam mir die Idee dies auch im Sand zu probieren. Die andere Hälfte in mir welche sagte: „Wenn du da mal nicht stecken bleibst“, wurde beruhigt in dem ich nah zur Straße geblieben bin und mir ein Platz ausgesucht habe, wo der Sand relativ fest wirkte. Die ersten drei Minuten ging auch alles gut und dann kam was komme musste: ich bin stecken geblieben!

Jeder Versuch vor- oder rückwärts zu kommen endete darin sich tiefer im Sand zu wühlen. Also habe ich das nach fünf Minuten aufgegeben, bin zur Straße gelaufen und habe das erste – zum Glück relativ schnell kommende – Auto heraus gewunken. Ein Mann aus Dubai, welcher nur wenig Englisch sprach aber gleich versuchte mich heraus zu ziehen. Da aber weder er noch ich ein Abschleppseil mit hatte, sollte ich in seinen Jeep einsteigen. Nun war ich gespannt wo es hinging und so führen wir schnell von der normalen Straße ab durch die Wüste zu einem Zeltlager. Dort waren jede Menge Leute und sofort kamen ein paar Leute mit einem anderen Geländewagen und einem Seil und zogen mich schnell und unkompliziert heraus.

Jetzt begann die Erfahrung der Arabischen Gastfreundschaft erst richtig. Nach dem erfolgreichen Abschleppen wurde ich zu Datteln und Tee ins Zelt eingeladen. Von einem Zelt zu sprechen ist hier auch mehr als untertrieben. Ich habe es zwar nicht gezählt aber insgesamt sicher eine Ansammlung von 20 Zelten. Die meisten der Leute dort sprachen auch – wie die meisten Leute in den VAE – gutes Englisch. So wurde mir erzählt das die Zelte für die Hoheit – leider weiß ich an dieser Stelle nicht genau für welche, schätze aber das es sich um den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate handelt - sind. Dieser kommt hier gelegentlich vorbei um auszuspannen oder mit Gästen zu verhandeln. Diese traditionellen Zelte sind aber keines Wegs nur einfache Zelte. Um ein paar Annehmlichkeiten zu nennen: große Flachbildfernseher, Internet über einen eigens errichteten Mobilfunkmast, fließend Wasser mit Duschen und WC und einer großen Cateringabteilung. Der Strom dafür muss natürlich über Dieselgeneratoren hergestellt werden und all das Wasser, Treibstoff und die Lebensmittel müssen kostenintensiv dorthin transportiert werden!

Keine zwei Minuten nachdem ich zu Datteln und Tee im Zelt saß, wurde ich eingeladen so lange ich will dort zu bleiben! Das habe ich dann zumindest für einen Tag auch genutzt und kann die mir entgegen gebrachte Gastfreundschaft kaum beschreiben. Ich hatte wahnsinnig interessante Gespräche, spielte Schach und Volleyball und wurde vom Mittagessen bis zum Frühstück am nächsten Tag köstlich versorgt. Ich schlief in einem der Zelte, konnte sogar in mitten der Wüste duschen und hatte einen unglaublich schönen Tag. Eine Erfahrung die mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist!



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Vereinigte Arabischen Emirate – Abu Dhabi

Da in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht wirklich bezahlbare Möglichkeiten – sprich Hostels - zum Übernachten gibt, habe ich mich bereits vorzeitig um einen Mietwagen gekümmert, der für die nächsten fünf Tage nicht nur mein Fortbewegungsmittel sondern auch mein Zuhause und Schlafplatz ist. Obwohl von mir gebucht, so habe ich übrigens leider wieder kein Auto mit manueller Schaltung erhalten! Sonst kann mich aber über meinen Toyota Yaris nicht beschweren. Am ersten Tag ging es in diesem in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate: Abu Dhabi.

Eine Stadt die wahrscheinlich das „Dubai von morgen“ wird. So wie ich gelesen habe, wird im Emirat Abu Dhabi noch bis 2100 reichlich Öl fließen und somit ist Abu Dhabi vermutlich sogar reicher als Dubai. Auch wenn es bisher noch an Superlativen fehlt, so ist einiges in Planung. Ich besuchte eine nahegelegen Insel, welche in bald einen Ableger des Pariser Louvre, ein Guggenheim Museum und jede Menge anderer Architektonisch und kultureller Highlights beherbergen wird. Ebenfalls auf einer vorgelagerten Insel befindet sich zudem der zweite Formel-1 Kurs des Mittleren Osten. Die Stadt selbst steht momentan sicher noch etwas im Schatten von Dubai, bietet jedoch auch schon eine Skyline mit unzählbaren Hochhäusern. An jeder Ecke wird gebaut. Würde ich in einigen Jahren wieder kommen, ich würde Abu Dhabi wahrscheinlich kaum wieder erkennen.

Interessant das die Entwicklung eines Emirates hier hauptsächlich vom herrschenden Scheich abhängt. So hat dieser für Abu Dhabi bewusst beschlossen, trotz prall gefühlter Taschen nicht zu schnell die Stadt zu entwickeln und jedes einzelne Projekt mit Bedacht auszuwählen. Aber da sich auch hier alles erst in den letzten Jahren entwickelt hat und ich vermutlich dadurch kein wirkliches Gefühl mit den Städten hier aufbauen kann, ist es für mich nicht unbedingt ein Platz zum Leben.

Um bei der Gelegenheit noch kurz auf die Spritpreise in den Vereinigten Arabischen Emiraten einzugehen. Ich habe noch nie billiger getankt. Geschlagen 33 Cent bezahlt man hier für den Liter. Einheimische sagten dabei noch zu mir, dass es schon teurer geworden sein in den letzten Jahren! In Saudi Arabien soll man allerdings noch günstiger für rund 13 Cent tanken können!



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Vereinigte Arabische Emirate – Dubai

So schnell vergeht die Zeit und somit ist leider schon die letzte Station meiner Reise angebrochen. Wenn auch nicht wie gehofft Russland, so kann ich dank meines noch gültigen Internationalen Studentenausweises - und somit eines vergünstigten und bezahlbaren Fluges mit Emirates - eine Woche warmes (einige von euch würden es sicher heiß nennen) Wetter in den Vereinigten Arabischen Emiraten genießen. Die ersten zwei Tage habe ich dabei in dem sicher bekanntesten der sieben Emirate verbracht: Dubai.

Am ersten Tag wurde eher das „alte“ Dubai erkundet. Erstaunlich das Dubai eigentlich bis vor rund 50 Jahren nicht viel mehr als ein winziges Fischerdorf mit ein paar Perlentauchern und einer recht überschaubaren Altstadt war. Um eben diese Geschichte besser zu verstehen, kann ich jeden der einmal in Dubai ist nur wärmstens empfehlen ins Dubai Museum zu gehen. Sehr ansprechend und kurzweilig aufbereitet, bekommt man ein viel besseres Gefühl für die rasante Entwicklung seit dem die Petro-Dollar sprudeln. Überall neue und moderne Hochhäuser, das höchste Gebäude der Welt, die größte Shoppingmall der Welt, die längste vollautomatische U-Bahn der Welt und so weiter. Dubai verändert sich rasant und schwebt im extremen!

Trotz interessanter Architektur und allen möglichen Annehmlichkeiten ist Dubai aus meiner Sicht aber trotzdem eher ein Platz in dem man lebt wenn man zum Klub der Superreichen gehört oder man nur hier ist um Geld zu verdienen. Zum Geld verdienen sind übrigens circa 85 % der Leute hier, da nur 15 % wirklich Einheimische sind. Egal in welchem Geschäft oder bei welcher Arbeit so wird ein Großteil der Arbeiten von Philippiner, Inder und Pakistani verrichtet.

Auch wenn ich Superlative eigentlich sehr mag, bin ich übrigens nicht auf den Burj Khalifah – das höchste Gebäude der Welt – gefahren. Zum einen ist die Aussichtsplattform „nur“ auf der Hälfte der Höhe (rund 400 Meter) und zum anderen waren alle bezahlbaren Tickets – das heißt rund 20 Euro statt 80 Euro – ausverkauft. Für mich aber keine Sekunde ärgerlich, da ich so viel Zeit verbracht habe die wirklich unglaublich großen Shoppingmalls anzuschauen, Leute zu beobachten und durch die Nachbarschaften zu laufen, dass die Tage sowieso viel zu schnell rum waren.

Einige Dinge die mir dabei besonders ins Auge gefallen sind:

  • Nicht überraschend ist hier die Dichte an Luxuswagen sehr hoch. Sehr zu meiner Freude sind viele schöne Deutsche Wagen dabei.
  • Wie schon angedeutet ist Dubai ein Shoppingparadies. Die Malls darf man sich dabei nicht so wie ein normales deutsches Einkaufszentrum vorstellen. Neben unzähligen Läden, gibt es hier immer einige Attraktionen. Sei es eine Schlittschuhbahn, eine Skihalle oder einfach nur riesige Springbrunnen oder Wasserfälle, es wird immer einiges geboten!
  • Obwohl natürlich eine Vielzahl der Arabischen Frauen verschleiert sind, scheinen diese ein relativ gleichberechtigtes Leben zu führen. Sie sitzen am Steuer, sind quasi überall zu sehen und vor allem shoppen sie was das Zeug hält!
  • Relativ angenehm und nicht so extrem wie in manchen wärmeren Ländern ist in Dubai übrigens die Klimatisierung. Bemerkenswert für mich das die meisten Buswartehäuschen sogar klimatisiert sind. Ebenso sind alle U-Bahn Stationen von der Eingangstür bis in den U-Bahn Wagen selbst klimatisiert. Zusammen mit der für Wüstenverhältnisse extremen Bewässerung spürt man, dass hier selbst nach der Finanzkriese noch reichlich Geld vorhanden ist.
  • Die U-Bahn – welche übrigens die meiste Zeit auf Pfeilern über der Erde fährt und weniger eine U-Bahn in meinem Verständnis ist - ist super sauber, preiswert und bietet neben einer „ersten Klasse“ – genannt Gold Class - auch separate Abteile für Frauen!
  • Wahrscheinlich ist Dubai eine der modernsten Städte in der arabischen Welt. Allgemein kann man hier als Ausländer ein für die Region relativ westliches Leben führen.
  • Besonders da ich aus dem „schlanken“ Asien komme, fällt mir auf das die Einheimischen - aber auch selbst die zugezogenen Asiaten oder Afrikaner – relativ dick sind.



Eigenheiten der Chinesen

Eigenheiten der Chinesen


Wie wahrscheinlich viele Europäer so bin auch ich natürlich mit einigen Vorteilen nach China angereist. Verglichen mit Japanern oder anderen Asiaten sind Chinesen beispielweise auch wirklich auf den ersten Blick recht unfreundlich. Hier ein paar Beispiele:

  • Beim Einsteigen in Bus und Bahn wird gedrängelt und bevor Leute in Ruhe aussteigen können, drängen schon Menschenmassen in die U-Bahn.
  • Es wird sich oft sehr laut unterhalten. Auf mich wirkt es manchmal als ob sich oft schon halb angeschrienen wird. Extreme Höflichkeitsfloskeln wie in Japan gibt es nicht und Chinesen lächeln auch nicht ständig, sondern schauen manchmal wirklich wie wenn sie eigentlich keine Lust auf ihre Arbeit haben.
  • Man wird häufig angerempelt oder es wird sich versucht vorzudrängeln.

All dies wirkt aber nur oberflächlich als unhöflich. Kommt man näher mit Chinesen ins Gespräch, sind diese hilfsbereit, aufgeschlossen und lieben es ein Spaß zu machen und zu lachen. Eine gibt jedoch eine Sache die mich wirklich stört:

Besonders die ältere Generation ab 40 plus, spuckt ständig und überall! Busfahrer welche im besten Fall nach dem „Hochziehen“ der „Rotze“ noch aus dem Fenster spucken oder im schlechten Fall einfach in den Eingangsbereich des Busses spucken sind dann doch zu viel für mich. Wie gesagt in der jüngeren Generation ist es nicht mehr so verbreitet, aber auf Chinesischen Wegen und Straßen gibt es sicher wenige Flecken welche noch nicht bespuckt wurden! Eine weitere Eigenheit der etwas „ekligen“ Seite ist es, das man gelegentlich sieht wie kleine Kinder einfach auf die Straße machen (natürlich in Anwesenheit der Eltern). Wenn man Glück hat ist das nur das kleine Bedürfnis, jedoch konnte leider von mir auch das „größere“ Bedürfnis live am Straßenrand gesehen werden.

Ein paar lustige Eigenheiten gibt es natürlich auch. Ein besonders interessanter Ort zum Studieren der Eigenheiten in China ist der Park.

Da dies gesund sein soll, laufen einige Leute rückwärts. Musik wird dabei oft nicht über Kopfhörer, sondern über kleine Lautsprecher angehört. Ein interessanter Einblick in den Chinesischen Musikgeschmack! Zudem gibt es neben rückwärtslaufenden Leuten auch welche die sich klatschend Fortbewegen (soll sicher auch gesund sein). Im Extremfall ist dies auch mit Rückwärtslaufen kombinierbar! Ebenfalls in Parks kann man häufig Massengymnastik mit sehr lustigen Bewegungsabläufen beobachten, oder besonders ältere Leute welche sich im “nahezu auf der Stelle Laufen” oder Schattenboxen versuchen.

Alles in allem ist China - zumindest das Städtische China - viel Lebenswerter als ich es mir vorgestellt hätte, aber natürlich nicht zu vergleichen mit Europa, Japan, Australien oder anderen hochmodernen Ländern.

So sieht übrigens die “Great Firewall” aus. Dies bekommt man leider bei recht vielen Seiten angezeigt bekommt!



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Peking

Im sehr angenehmen Schlafwagen der zweiten Klasse ging von Xian in die Hauptstadt und zweit größte Stadt Chinas. Das politische Zentrum bietet jede Menge Sachen zum Anschauen. Eines der Highlights ist dabei sicher die Verbotene Stadt. Diese trägt diesen Titel da es rund 500 Jahre lang für normale Bürger nicht möglich war diesen Kaiserpalast zu betreten. Neben der schönen Architektur ist für mich die Größe besonders beeindruckend. Es gibt aber auch Dinge in Peking die nicht besonders sehenswert sind. Für mich unvorstellbar wie ein Verbrecher wie Mao Zudong noch immer in China verehrt wird, jedoch habe ich trotzdem sein Mausoleum besucht. Allerdings wird man super schnell „durchgeschleust“ – sicher wären die Besuchermassen anders nicht zu bewältigen – und hat so vielleicht 30 Sekunden den Körper Maos zu sehen.

Wunderschön ist hingegen der Sommer Palast mit erstaunlich viel Natur und sauberem Wasser nur 40 Minuten außerhalb des Zentrums.

Geschlafen habe ich mal wieder bei Couchsurfern. Diesmal in einer WG mit der super netten Chinesin Aiping und deren Freund Ed aus Litauen. Wie immer eine sehr interessante und nette Bekanntschaft.



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Xian – Terrakotta Armee und Huashan National Park

Xian eine sehr geschichtsträchtige Stadt, welche auch für rund 1000 Jahre Hauptstadt von 13 verschiedenen Dynastien in China war. Heute ist sie hauptsächlich wegen der nahe gelegenen Terrakotta Arme ein Hauptziel für Touristen in China. Allerdings ist auch Xian selbst recht interessant. Der Stadtkern ist von einer unglaublich großen und langen Stadtmauer umgeben (13,7 km lang!) und bietet jede Menge Möglichkeiten Chinesen in ihrem Alltag zu beobachten. Wie in jeder Chinesischen Stadt sind die meisten Gebäude keine Architektonische Meisterleistung. Funktional und schnell in Beton hochgezogen. So sehen die meisten Häuser außerhalb des Stadtkerns aus. Da die Chinesischen Städte großen Zulauf der Landbevölkerung erleben, wird in diesem Stil leider nahezu überall neu gebaut.

Kommt man nur wegen der Terrakotta Armee nach Xian, wird man vielleicht enttäuscht, da nur ein geringer Teil der Armee ausgebuddelt und restauriert wurde. Liest man allerdings etwas über die Anlage, ist es schon erstaunlich was hier für ein Aufwand für das Mausoleum Qín Shǐhuángdìs getrieben wurde und wie weit Chinesen damals technisch schon waren. So war es zum Herstellen notwendig Arbeitsverfahren wie beispielsweise das Löten zu beherrschen und das 210 v. Christus!

In einem weiteren – sich sehr lohnenden – Tagesausflug ging es in den Huashan National Park rund zwei Stunden von Xian gelegen. In diesem Gebirge befindet sich einer der fünf heiligen Berge Chinas. Dieser Ausflug ist wunderschön aber wie überall in China nichts für Leute die Natur alleine genießen wollen.

Immer wieder erstaunlich für mich sind die Preise in China oder besser gesagt die unverhältnismäßigen Unterschiede dieser. Für die zweistündige Fahrt von Xian zum Anfang des Gebirges zahlt man gerade einmal 3 Euro. Für eine 10 minütige Fahrt zur Talstation der Seilbahn zahlt man schon das gleiche. Um in den Nationalpark zu kommen sind weitere 22 Euro notwendig! Dies sind keine besonderen Preise für Ausländer - jeder zahlt das und über 95 Prozent der Touristen sind Chinesen. Die gesellschaftliche Schere scheint in China recht groß zu sein.

Ich habe dank meines Studentenausweises übrigens „nur“ 13 Euro bezahlt und bin nicht mit der Seilbahn für weitere 20 Euro auf den Gipfel gefahren. Ein harter Aufstieg von 750 Meter auf 2100 Meter über endlose steile Treppen, war der Preis den ich stattdessen bezahlt habe. Dafür wurde man allerdings mit einer wunderschönen Landschaft belohnt. Der Hua Shan Berg besteht aus fünf Gipfeln, welche alle recht nah beieinander liegen und so alle von mir – und hunderten Chinesen – bestiegen wurden.



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In und um Shanghai

Einmal in Shanghai, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen mit dem schnellsten Zug der Welt zu fahren: dem Transrapid in Shanghai. Über Sinn und Zweck dieser nur 30 Kilometer langen Strecke lässt sich natürlich streiten. Die Strecke führt vom Internationalen Flughafen Pudong nicht einmal direkt ins Zentrum, sondert erfordert einen Umstieg in die U-Bahn, welche auch direkt vom Flughafen aus fährt. Jedoch war es für mich sehr spannend einmal mit 430 km/h auf Schienen unterwegs zu sein. In Deutschland werden wir diese Technologie wohl nie sehen, da es einfach nicht wirtschaftlich ist und auch die Strecke in Shanghai scheint sich nicht wirklich zu lohnen.

In einem Tagesausflug bin ich nach Suzhou und Tongli gefahren. Diese Städte sind rund 100 km von Shanghai entfernt und bieten schöne Altstädte welche an einer Vielzahl von Kanälen gelegen sind. Nicht verpassen sollte man das China Sex Museum in Togli, in dem sich viele Ausstellungsstücke aus der langen Chinesischen Geschichte befinden, welche sich mit dem Unterschied der Geschlechter beschäftigen.
Interessant ist das ja nahezu in jedem Land/jeder Stadt verschiedene „Fallen“ für Touristen gibt. In Shanghai fand ich diese besonders witzig. Man wird meist von einer Gruppe von jüngeren Menschen angesprochen, ob man ein Foto von Ihnen machen kann, spricht für eine Weile und wird dann zu einer Teezeremonie eingeladen. Da ich nie der Einladung gefolgt bin, kann ich nicht genau sagen wie das abläuft, so wie ich aber gelesen habe endet es sehr teuer für den Touristen. Dieser muss dann meist eine sehr große Rechnung begleichen.
Eine andere für Shanghai typische Sache ist, dass man beim entlanglaufen der Fußgängerzone von Shanghai, MINDESTENS dreimal angesprochen wird: das wahrscheinlich harmloseste was einem versucht wird zu verkaufen sind gefälschte Uhren und Taschen. Die zweite Sache die versucht wird an Mann zu bringen ist Haschisch oder Marihuana. Nicht zuletzt wird einem als dritte Kategorie noch eine Massage mit Happy End oder oft auch direkt Sex angeboten. Sehr amüsant wenn man die Straße mehrmals entlang laufen muss und dabei schon mit Maximalgeschwindigkeit versucht dem zu entgehen.
Als ich diesen Text schrieb, saß ich übrigens mal wieder im Nachtzug. Diesmal musste ich Soft Sleeper – also die teuerste Kategorie – wählen, da der Rest schon ausgebucht war. Dafür bin ich in einem sehr sauberen Abteil und werde hier sicher spitze schlafen.



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Shanghai

Um es kurz zu machen, interessant zu sehen, jedoch nicht unbedingt eine Stadt in der ich leben wollen würde.

Die größte Stadt Chinas mit mehr als 23 Millionen Menschen bietet neben unendlichen Einkaufsmöglichkeiten meist sehr „funktionale“ Hochhäuser. Natürlich gibt es besonders in dem vielleicht bekanntesten Gebiet Pudong auch einige sehr schöne oder markante Gebäude wie den Pearl Tower. Shanghai verfügt über eine lange britische und französische Geschichte, die sich in einigen Viertel sehr deutlich wiederspiegelt.

Für mich die größte Überraschung war der zufällige Besuch eines kleinen Parks im Zentrum der Stadt. Ich sah dort jede Menge ältere Menschen die auf einem kleinen Aushang – meist auf einem Regenschirm angebracht – irgendwas bewerben. Auf jeden Fall hat ich sofort das Gefühl mich auf einem Art Markt zu befinden. Nachdem ich dann jemand gefunden habe, der Englisch spricht habe ich erfahren worum es geht.

Ein Dating-/Heiratsmarkt! Die jüngeren Leute, die wie mir erklärt wurde aus Zeit- oder welchen Gründen auch immer - niemand finden schicken hier ihre Eltern/Großeltern her, welche dann auf einem Aushang die Vorteile ihres Nachwuchs bewerben. Es werden allerdings auch einige Forderungen aufgestellt. Neben „normalen“ Eigenschaften wie einer gewissen Körpergröße, Hobbies und so weiter werden auch gewisse - für Ausländer sehr lustige - Eigenschaften gefordert. So wurde häufig ein gewisses Mindesteinkommen, Mindestbildung und manchmal sogar ein Haus gefordert!

Von einigen Anzeigen abgesehen – die nur jemanden aus Shanghai suchen, hätte ich hier meist gute Chancen gehabt :).

Übersetzt hat übrigens ein Anwalt aus Shanghai, welcher dann gleich einige Stunden mit mir verbracht hat. Eine interessante Begegnung bei der ich einige Sachen erfahren habe.

Enttäuscht wurde ich in Shanghai allerdings von meinen Plänen mit der Trans-Sibirischen Eisenbahn zurück nach Europa zu fahren. Nach langer Recherche, hatte ich eigentlich alle benötigten Dokumente für das Visum zusammen und bin frohen Mutes in die Russische Botschaft in Shanghai spaziert. Dazu muss man sagen, dass Russland es wirklich sehr schwer macht das Land zu besuchen. Was für mich nicht nachzuvollziehen ist. Eigentlich müssten sie sich über jeden Touristen freuen, der Geld ins Land bringt.

Nachdem ich mir bereits eine Einladung – welche man für das Visum benötigt – besorgt hatte, dacht ich eigentlich es kann nicht mehr viel schief gehen. Allerdings wurde mir dann in Shanghai mitgeteilt, dass ich das Visum nur in meinem Heimatland besorgen kann (wird leider nicht auf der Homepage geschrieben), oder in einem Land in welchem ich ein mehr als 90 Tage gültiges Visum habe! Damit hat sich dieser Plan jetzt wohl erledigt, da ich in China „nur“ ein 30 Tage Visum habe und es auch kaum Länder gibt, die ein so langes Visum ausgeben.



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Mit dem Nachtzug nach Xiamen

Da die Strecke von Guangzhou nach Xiamen noch eine der wenigen Strecken ohne Hochgeschwindigkeitszüge ist, ging es in 14 Stunden im Nachtzug nach Xiamen. Da ich eigentlich Zugfahren sehr mag, es aber leider keinen Platz im Schlafwagen mehr gab, dachte ich kann es nicht so schlimm sein im normalen Sitz zu übernachten. Jedoch habe ich dabei nicht bedacht, dass dies auch unglaublich viel Chinesen tun. Somit hatte ich überhaupt erst einmal zu „kämpfen“ meinen Sitzplatz zu erreichen. Schnell stellte sich heraus, dass dieser alles andere als bequem ist und es beispielsweise keine verstellbare Lehne gibt. Man teilt sich quasi mit 3 Leuten eine Bank. Körperkontakt ist dabei garantiert und an einen halbwegs guten Schlaf nicht zu denken! Zudem wird in diesen einfachen Zügen zwischen den Wagons geraucht (was natürlich überall hin zieht). Es ist auch üblich einen Teil seines Mülls einfach fallen zu lassen. Es kommt zwar häufig Bahnpersonal durch, welches alles zusammen kehrt (dabei entstehen unglaublich große Müllberge), jedoch ist es trotzdem sehr gewöhnungsbedürftig. Die Sanitäreinrichtung ist ähnlich wie im Zug in Vietnam eher im Notfall zu benutzen.

Nach dieser „erfahrungsreichen“ Nacht bin ich in Xiamen von der Couchsurfing Gastgeberin Brenna empfangen wurden. Sie kommt eigentlich von Malaysia, aber lebt zurzeit in China und hat ihr eigenes Spezialgeschäft in bester Lage im Zentrum der Stadt. Spezial deswegen, da sie aus Malaysia eine besondere Art von Höhlenvogelnestern (gezüchtet) importiert. Da dies eine sehr exklusive und dementsprechend teure Spezialität ist, ist das Geschäft sehr edel.

Couchsurfing ist wirklich ein unglaublich interessanter Weg andere Menschen kennen zu lernen. Bisher habe ich durch Couchsurfing nur nette Menschen kennen gelernt und Brenna ist an Gastfreundschaft kaum zu überbieten. Wir haben uns Stunden unterhalten, haben uns durch ein ziemlich großes Kulinarisches Angebot gegessen, sie kochte für mich, half mir verschiedene Sachen zu organisieren und ist ein extrem fröhlicher und positiver Mensch. Thank you so much Brenna! Erstaunlich ist für mich das entgegen gebrachte Vertrauen. Auch bei Brenna wurde ich wieder mit einem Schlüssel zur Wohnung ausgestattet und hatte so ziemlich jede Freiheit.

Xiamen selbst ist eine relativ hübsche Stadt, welche am Meer gelegen ist und auch einige Ausflüge ermöglicht. Leider – wie so oft auf meiner Reise – etwas vom Wetter Pech verfolgt. Eigentlich in den Subtropen gelegen, so war es wie in Guangzhou recht kalt, bewölkt und hat auch gelegentlich geregnet.

An einem Tagesausflug ging zu typischen traditionellen Häusern der Hakka – Hakka Tulou genannt – welche mit dem öffentlichen Bus etwa 3 Stunden von Xiamen entfernt sind. Sehr schön und interessant, jedoch spricht dort außerhalb der großen Stadt wirklich niemand Englisch. Am Abend brachte mich Brenna zu einem Couchsurfing Treffen. Thema des Abends waren die Philippinen. Nach einer Präsentation von einer Philippinerin gab es sehr leckere Desserts und nette Gespräche.

Als ich diesen Text schrieb, saß ich in einem der vielen Hochgeschwindigkeitszüge (HSR) welche seit 2007 in China entstanden sind. Auch wenn dieser Zug von Xiamen nach Shanghai noch einer der „langsameren“ ist, ist er meist mit fast 200 km/h unterwegs. Der Zug ist sehr komfortabel, bezahlbar, sauber und schnell. In nur 8 Stunden, wird trotz einiger Zwischenstopps das über 1000 km entfernten Shanghai erreicht.

Erstaunlich ist dabei, dass China noch dieses Jahr mehr Kilometer an Hochgeschwindigkeitsstrecken als der Rest der Welt zusammen haben wird. Um diese Stecken zu bauen, sind unzählige Tunnel und Brücken notwendig. Zudem ist fast alle Strecken Hochstrecken, also auf Pfeilern über Land gebaut. Alle HSR Strecken sind exklusiv für diese Züge gebaut wurden und müssen sich – anders als beispielsweise beim ICE in Deutschland – die Strecke nicht mit konventionellen Zügen teilen. So soll es irgendwann möglich werden von Peking (Norden) nach Guangzhou (Süden) in weniger als 8 Stunden zu fahren! Eine wirkliche technische Meisterleistung, welche trotz günstiger Arbeitskosten Unsummen gekostet haben muss.



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Volksrepublik China – Shenzhen und Guangzhou

Nach kurzem Aufenthalt in dem bereits vor 2 Jahren besuchten Bangkok – welches noch immer einen besonderen Charme auf mich ausübt - ging es mit AirAsia nach Shenzhen in China. Bis vor 30 Jahren, war Shenzhen eine - für chinesische Verhältnisse - Kleinstadt, welche sich nur als Grenzort zu Hong Kong auszeichnete. Erstaunlich wie die Ausrufung zur Sonderwirtschaftszone und der Aufstieg Chinas eine große Metropole hat entstehen lassen. Trotzdem ist das hochmoderne Shenzhen etwas gesichtslos, aber durchaus sauberer und schöner als ich es erwartet hätte.

Durch meine Vorliebe für Metropolen, wird sich meine Route durch China eher entlang der Küste und damit entlang der Ballungsgebiete ziehen. Durch die unglaubliche Größe und Diversität in China werde ich also weniger die ländlichen Gebiete kennen lernen. Immerhin lebt noch die Hälfte der Chinesischen Bevölkerung – rund 600 Millionen Menschen – dort. Zumindest nach dem was ich gelesen habe, wird dort noch ein sehr einfaches Leben geführt und die meisten Menschen arbeiten als Bauern mit minimalen Einkommen.

Ganz anders ist dies jedoch in den Metropolen. Am zweiten Tag ging es gleich in die drittgrößte chinesische (Mega-)Stadt Guangzhou in der offiziell rund 13 Millionen Menschen leben (inoffiziell sollen es wohl um die 16 Mio. sein). Obwohl vielen westlichen Menschen meist nur Shanghai und Peking ein Begriff ist, ist Guangzhou eine der wenigen Städte die schon immer regen Handel mit anderen Ländern betrieben hat. Das Perlflussdelta – dessen größte Stadt Guangzhou ist – ist die „Werkbank der Welt“. Sei es euer iPhone, Computer oder nur eure Kleidung die „Made in China“ ist, so ist es sehr wahrscheinlich, dass es dort gefertigt wurde. Das Perlflussdelta zählt dadurch zu den wohlhabendsten und liberalsten Gebieten in China. Mein erster Eindruck war das diese Stadt wirklich unglaublich boomt. Eine schier unvorstellbare Anzahl an Hochhäusern, ein sehr neues und extrem gutes Nahverkehrssystem, bei dem die meisten kilometerlangen U-Bahn Linien erst in den letzten Jahren entstanden sind und unendliche Einkaufsmöglichkeiten durchziehen die ganze Stadt.

Auch wenn ich nicht unbedingt dort leben wollen würde, so ist es doch entgegen meiner Erwartung relativ sauber und in der ganzen Bauwut ist ein gewisser Plan zu erkennen. So bin ich mir ziemlich sicher, dass Guangzhou eine Weltstadt wird und beispielsweise der „Zhujiang New Town“ genannte Teil eine ähnliche Internationale Ikone wird, wie das Opera House für Sydney oder der Times Square für New York.

Nachdem ich meine erste Nacht in China – durch meine späte Ankunft bedingt – mal wieder im Flughafen geschlafen habe, konnte ich die nächsten zwei Nächte bei der Couchsurferin Linda verbringen. China ist generell eigentlich recht günstig und somit wäre auch eine Übernachtung in einem Hostel mit rund 7 Euro pro Nacht mehr als bezahlbar. Jedoch ist es immer schön mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. So haben wir viel erzählen können und ich habe einen Einblick in das moderne Leben einer jungen Chinesin bekommen. Sie spricht sehr gutes Englisch und lebte auch schon für einige Zeit im Ausland.

Eine Sache die in China wirklich übrigens wirklich nervt, ist die Zensur des Internets. Es gibt zwar Wege diese mit einem VPN zu umgehen – Dank an Andy an dieser Stelle – allerdings nur mit deutlichen Geschwindigkeitseinbußen. Wenn Facebook, Twitter und teilweise auch Tumblr (mein Blog) gesperrt wird, geht das für mich echt zu weit!



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Angkor Archaeological Park – Unvorstellbar groß und wunderschön!

Ich möchte diesmal gar nicht viel schreiben. Nur so viel: Ein langer Tag welcher bereits mit dem Sonnenaufgang an der größten Tempelanlage der Welt dem Angkor Wat startete. Anschließend ging es mit dem Fahrrad zu einer Vielzahl von Tempeln welche in diesem Archäologischen Park untergebracht sind. Wahnsinn was zwischen dem 9. Und 15. Jahrhundert an Baukunst von den Khmer mit Hindu- und Buddhistischen Einfluss geschaffen wurde. Natürlich eine hochtouristische Sache, welche für Kambodschanische Verhältnisse auch recht teuer ist, aber durchaus seine Reise wert. Für mich verdiente diese Anlage den Status als „Weltwunder“! An dieser Sache möchte ich einfach so gut es geht die Bilder für sich sprechen lassen.



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Phnom Penh – eine vor 33 Jahren fast ausgerottete Stadt

Eine weitere traurige aber sehr interessante Epoche in der Südostasiatischen Geschichte ist die der Roten Khmer. Diese hatten – unter Führung von Pol Pot - von 1975 bis 1979 das sogenannte Demokratische Kampuchea gegründet. Dabei sollte der ganze Staat in einen Bauernstaat umgewandelt werden. Rund 2 Millionen Leute wurden grausam umgebracht oder verhungerten. Es reichte schon wenn man bezichtigt wurde die Umwandlung zu sabotieren oder zu einer Bildungsschicht zu gehören.

Städte wie die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh wurden quasi komplett „aufgelöst“, um den großen Ziel des Bauernstaats näher zu kommen. Arbeitstage mit 12 Stunden und kaum Nahrung wurden schnell zum Alltag. So wurde Kambodscha quasi in kürzester Zeit aus der Neuzeit zurückgeworfen.

Warum erzähle ich das alles?

In Phnom Penh kann man an verschiedenen Stellen einen Einblick in diese Gräueltaten bekommen. So besichtigte ich ein Gefängnis mit dem Namen S21. Folter in jeglicher Form, keine hygienische oder medizinische Versorgung, Unterernährung und was man sich sonst noch alles Vorstellen kann führten dazu das es nur 8 Überlebende gab! Ein weiterer besichtigter Ort waren die „Killing Fields“. Vielleicht vergleichbar mit einem KZ in Deutschland. Leute wurden mit einem LKW unter falschen Vorwänden deportiert, bei den Killing Fields direkt erschossen und in Massengräbern untergebracht. Babys wurden so lange gegen Bäume gehauen, bis diese Starben! Es ist leider immer wieder unvorstellbar wozu Menschen fähig sind!

Heute ist das offiziell Königreich Kambodscha genannte Land eine konstitutionelle Monarchie und erholt sich langsam wieder. Dennoch ist es nach wie vor eines der ärmeren Länder der Welt. Gelegentlich sieht man dicke Autos, aber leider auch ein paar sehr arme Menschen. Strom wird noch zu über 90 Prozent mit Dieselgeneratoren hergestellt und soll somit besonders für die herrschenden Einkommensverhältnisse auch sehr teuer sein. In Ländlichen Gebieten soll es teilweise noch gar keinen Strom geben. Noch immer sind über 85 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Es scheint niemand groß zu hungern, aber es ist wohl doch eines der am wenigsten entwickelten Länder die ich bisher bereist habe. Da ich jedoch bei meinem kurzen Aufenthalt nur auf den Haupttouristenpfaden geblieben bin, musste ich nicht auf Komfort (Strom, sauberes Wasser, usw.) verzichten.

Phnom Penh ist ansonsten nicht weiter interessant, keine besonders hässliche Stadt, aber außer der Geschichte, konnte ich auch nichts entdecken was mich besonders interessiert hätte.

Wenn auch für mich nicht sehr offensichtlich, so scheint auch Prostitotion in Kambodscha ein Thema zu sein: Als ich eines Abends mit meinem Laptop im Außenbereich des Hostels saß (eine Art „Straßenbar“), konnte ich ein - für mich ziemlich schockierendes - Gespräch zwischen einem älteren Engländer und Norweger mithören. Durch meine eingestöpselten Kopfhörer dachten diese wahrscheinlich ich würde nichts hören und haben sich so ungeniert ausgetauscht. Erster lebt schon einige Jahre hier und hat dem Norweger quasi eine Einleitung gegeben wie man in Kambodscha zu Prostituierten kommt, wie viel dies kostet und, dass auch ungeschützter Verkehr kein Problem ist. Was mich schockierte war, dass es quasi wie ein „normales“ Gespräch über ein neues Handy oder einen neuen Computer geführt wurde.



Rico unterwegs in ...


Mekong Delta und auf nach Kambodscha

In einer zwei Tages-Tour ging es von Ho Chi Minh City zunächst ins Mekong Delta. Der zehntlängste Fluss der Welt breitet sich hier in unvorstellbarer Größe aus und sorgt für sehr gute (Reis-)Ernten. Auch wenn das Delta ein großes Gebiet ist, so ist es dennoch erstaunlich das rund 18 Millionen Vietnamesen – meist Bauern und Ältere -dort leben. Unzählige Seitenarme und Kanäle durchziehen das Delta in dem eine beträchtliche Infrastruktur herrscht. Bevor der Fluss ins Chinesische Meer mündet ist das Boot allerdings das einzige Transportmittel und zugleich Lebensmittelpunkt und Zuhause für die Einheimischen. Selbst in den per Straße zugänglichen Gebieten sieht man aber auch viele einfache Leute, welche sich oder Ihre Kinder im Fluss baden und in äußerst simplen Blechhütten direkt am Wasser leben! Natürlich wie so oft in Asien, schwimmt leider jede Menge Müll im Wasser, welches sicher alles andere als sauber ist.

Leider hat es mich auch mal etwas mit Reisedurchfall erwischt, so dass ich bei jedem Stopp dringend auf die Toilette musste und ziemlich geschafft war. Durch die „anderen“ hygienischen Zustände in Südostasien, war dies aber auch nur eine Frage der Zeit, aber zum Glück ging es mir nach 24 Stunden schon wieder besser.

Übernachtet wurde bei der Tour in einem „schwimmenden“ Hotel. Nichts besonders schickes aber ausreichend. Zudem wurde ich mit einem älteren chinesischen Maschinenbauingenieur in ein Zimmer gesteckt, welcher schon seit 7 Jahren für eine Französische Firma in Vietnam arbeitet. Leider spricht er nicht das beste Englisch, aber dennoch eine interessante Begegnung. So hat er beispielsweise eine Vietnamesische Spezialität gegessen – welche mir auch angeboten wurde – die ich nicht essen könnte: Eier in dem der Embryo – oder wie man auch immer in dieser Phase sagen würde – schon etwas entwickelt ist!

Am folgenden Tag ging es dann den Mekong stromaufwärts nach Kambodscha. Die erste Grenzüberquerung die ich mit einem Boot gemacht habe. Nachdem das Visum und eine kleine zusätzliche „Bearbeitungsgebühr“ bezahlt war, ging es dann noch ein paar Stunden am Fluss entlang bis in die Hauptstadt Phnom Penh. Wahnsinnige Eindrücke auf einer super Tour!